Gedanken

für alle, die vor 1930 geboren sind.



Wir wurden vor der Entdeckung des Fernsehens, des Penicillins, der Schluckimpfung, der Tiefkühlkost und der Kunststoffe geboren. Wir kannten weder Kontaktlinsen noch Xerox und schon gar nicht die Pille.
Wir kauften Mehl und Zucker noch in Tüten und nicht in Packungen, die mühsam papier- entsorgt werden müssen.
Wir waren schon da, bevor es Radar, Kreditkarten, Telefax, die Kernspaltung, Laser und Kugelschreiber gab. Es gab noch keine Geschirrspüler, Wäschetrockner, Klimaanlagen und Datenbanken, und der Mensch war noch nicht auf dem Mond gelandet.
Wir haben erst geheiratet und dann zusammengelebt. Zu unserer Zeit waren "Bunnies" noch kleine Kaninchen, und der "Käfer" war kein Volkswagen. Und mit "jemanden gehen", das hieß soviel, wie fast verlobt sein.
Wir waren da, bevor es den Hausmann, die Emanzipation, Pampers, Aussteiger und computergesteuerte Heiratsvermittlungen gab. Zu unserer Zeit gab es keine Gruppentherapie, keine Weight Watchers, keine Zweitwagen und kein Kindererziehungsjahr für Väter.
Wir dachten nicht daran, daß der "Wiener Wald" etwas mit gebratenen Hähnchen zu tun hätte, und Arbeitslosigkeit war eine Drohung und kein Versicherungsfall. In dieser Zeit hieß »Made in Japan« billiger Schund, und man hatte noch nie etwas von Pizza, McDonald´s und Instantkaffee gehört.
Die Worte "Software" für alles, was man beim Computer nicht anfassen, und "non food" für alles, was man nicht essen und trinken kann, waren noch nicht erfunden. Wir sind auch die letzte Generation, die so naiv ist zu glauben, daß eine Frau einen Mann heiraten muß, um ein Baby zu bekommen.
Diese ganze Entwicklung haben wir über uns ergehen lassen müssen. Wen wundert es da schon, wenn wir manchmal ein wenig konfus sind, weil es eine so tiefe Kluft zwischen den Generationen gibt.

Aber wir haben in die Hände gespuckt, die Trümmer beseitigt, den Staat wieder aufgebaut und haben es überlebt.

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